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Romance in D

Charles ist ein etwas durchgeknallter Musikwissenschaftler, der in seinem musikalischen Universum in einer 1 1/2 Zimmer Apartmentwohnung lebt. Dann zieht in der Nachbarwohnung eine Frau ein - die Trennung von ihrem Mann ist noch ganz frisch. Charles komponiert ihr eine kleine Fuge mit den sechs Buchstaben ihres Namens, "Isabel". So weit die Vorgabe bzw. Idee des Autors James Sherman in seinem Theaterstück "Romance in D".

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Die Dinge nehmen ihren Lauf - musikalisch entwickeln sich aus ein paar Tönen, einer Dux-Führungsstimme und einer Comes-Begleitstimme ganz im Sinne der Bachschen Fugentechnik, Klavierstücke und mit Synthesizern gespielte Orchesterklänge. Da Charles in meinen Augen schon etwas schräg ist, habe ich eine ungerade Taktart gewählt. Aus dem Klangmaterial dieser Konzeption hier eine Toncollage, mit großem Happy End!

Schon in der Ouvertüre wird das Dux-Comes Prinzip vorgestellt. Sie gründet sich auf dem Klavierstück "Nocturne", das ich zur Veranschaulichung hier einmal mit hereingemischt habe:

Charles kommuniziert auch über improvisierte Klänge auf seinem Keyboard, sucht dabei eine andere Form als den wiederkehrenden und damit für ihn ermüdenden wörtlichen Diskurs mit seiner Mutter, die wenig(er) Schwierigkeiten hatte, nach dem Tod ihres Mannes einen (neuen) Partner zu finden.

"Nein" (...) "Hier bleiben und arbeiten" (...) weiter üben (...) "Lass mich in Ruhe" sowie "Du verrätst Vater" (...) "Männer und Frauen passen nicht zueinander" (...) sind einige der improvisierten Repliken von Charles:

Diese Tastenimprovisationen geben Einblick in die Soundküche und tägliche Arbeit von Keyboardpianisten - damit ist die Aufgabe, hierfür eine Bühnenmusik zu schreiben, eine sehr alltägliche und dankbare. Seinerzeit war ein EMU "Virtuoso 2000" (sorry, hieß nun einmal so ...) Orchestersoundexpander mein Produktionsgerät für solche Klänge.

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Auch wenn in meinem Tonstudio mittlerweile klangewaltigere Orchesterlibraries, wie z.B. im "Rêve du Colibri", zum Einsatz kommen, steckt für mich eine unvergängliche Kraft und Inspiration in den Musiken von "Romance in D". An dieser Stelle danke ich Gero Wycik herzlichst für Klangeinstellung und Aufnahmeleitung bei der Klavieraufnahme.

In meinem Klavieralbum habe ich die Stücke, ganz im Sinne von Charles, in einer klassischen, viersätzigen Form angeordnet:

Vier musikalische Szenen aus "Romance in D"
"Isabell" - "Nocturne" - "Frühsport" - "Mehr als tausend Worte..."

Nachdem "Isabell" und "Nocturne" bereits in den anderen Beispielen angeklungen sind, hier noch ein Ausschnitt aus "Frühsport" und "Mehr als tausend Worte":

Wer sich für die Klavieraufnahme, eine Neuauflage der Bühnenmusik oder Noten interessiert, sei es zum Interpretieren oder zum Vertrieb, meldet sich doch bitte unter:

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Frank Niebuhr
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